Reiseberichte von der Insel Hiddensee
Lesen Sie hier die Erlebnisse unserer User und schreiben Sie eigene Beiträge
Wer eine Reise macht, der hat auch meistens viel zu erzählen. Ihre Erlebnisse und Informationen könnten anderen Menschen helfen, die ihren Urlaub auf Hiddensee planen und sich vorher informieren wollen. Lassen Sie sich hier von spannenden Geschichten überraschen oder schreiben Sie selbst einen eigenen Beitrag über Ihren Hiddensee Urlaub und schicken Sie Ihn an uns.
Reiseberichte HIER per E-Mail einsenden.
"Einstein, Ringelnatz und Käthe Kruse"
1957 war ich mit drei Jahren das letzte Mal auf Hiddensee. In Erinnerung ist mir nur, dass ich die sogenannte Inselkrankheit bekam, da der hauseigene Brunnen schlechtes Wasser hatte. Die Hälfte der Urlaubszeit verbrachte ich darum im Bett. Später ergab sich keine Gelegenheit wieder auf die Insel zu fahren, denn wir gehörten der Kirche an und nicht dem FDGB.
Mit der Wende hatte ich mir fest vorgenommen wieder nach Hiddensee zu fahren. Mehr als zwanzig Jahre Wende mussten erst vergehen, bis ich in diesem Jahr über diese Internetseite ein super Angebot auf Hiddensee gefunden hatte. So habe ich zusammen mit meinem Mann kurzerhand Ostern auf Hiddensee online gebucht.
Der Ort Kloster und das herrlich gelegene Hotel „Hitthim“ waren das Ziel. Unser Auto mussten wir auf einem bewachten Parkplatz in Schaprode zurück lassen. Mit der Fähre überquerten wir bei ruhigen Seewetter den Schaproder Bodden. Vier Tage haben wir zusammen intensiv genutzt um die Insel einmal richtig zu erkunden. Abends, zum Essen, haben wir uns dann ausgetauscht über die wechselvolle Geschichte der Insel. Erstaunt waren wir beim Wandern zur Nordspitze, dass von den ehemaligen Grenzsicherungsanlagen im Norden nichts mehr zu sehen war. Der Leuchtturm im Norden strahlte majestätisch in weiß bei herrlichem Sonnenwetter. Nach dem Erklettern hatte man einen fantastischen Blick. Mit viel Einbildung erkannte man auch die in nur 54 km entfernt liegende Küste von Dänemark.
Nach dem „Aufstieg“ ruhten wir uns auf einer Bank aus und lernten wohl den einzigen Bundeswehroffizier Deutschlands kennen, der mit einem Panzer auf der Insel war. Seine Geschichte war so spannend, das die Zeit wie im Fluge verging. Neben dem Leuchtturm stand in Zeiten des Kalten Krieges ein 20 Meter hoher Beobachtungsturm der Grenzsicherungstruppen der DDR sowie ein Radarmast, um alle Funksprüche auf der Ostsee abzuhören. Nach der Wende hat der Bürgermeister der Insel das nächstgelegene Pionierbatallion gebeten, irgendwie die „falschen“ Türme zu beseitigen. Das war für den Kompaniechef wohl eine besondere Herausforderung. Er rückte mit einem Bergepanzer an. Da wurden dem Bürgermeister wohl die Knie weich. Er sah schon das verwüstete Land nach dem „militärischen“ Einsatz um den Leuchtturm. Aber nach dem Abriss der „Türme“ war kein weiterer Schaden entstanden und das Land sah wieder so aus, wie es früher schon gewesen war. Der Schandfleck der Grenzsicherungsanlagen war in kürzester Zeit beseitigt worden.
Heute ist dieses Gebiet Renaturierungsbereich und Nationlapark. Herrlich zu durchwandern, um an die vier Kilometer lange Steilküste zu gelangen. Zu empfehlen ist dabei natürlich das Ausflugsziel „Zum Klausner“, in dem wir freundlich und schnell bedient wurden. Gleich neben der ehemaligen NVA-Anlage. Man muß heute schon genau hinsehen, um zu erahnen, wo früher alles beobachtet und abgehört wurde.
Am nächsten Tag haben wir uns dann einfach Fahrräder ausgeliehen und sind bei herrlichem Sonnenschein und Landwind zum südlichsten Zipfel der Insel gefahren. Da die Insel autofrei ist, kann man wirklich entspannt radeln. Über Vitte und Neuendorf bis zum abgesperrten Nationalpark Gellen. Dort haben wir am Strand gelegen, uns gesonnt und dem Rauschen des Windes gelauscht, bevor wir wieder durch die leider noch braune Heide zurück geradelt sind. Vorstellen kann man sich, wie hier im Hochsommer die Heide blüht und duftet.
Da die Unterbringung im Hotel Hitthim mit Halbpension gebucht war, gab es früh und abends immer leckeres Essen. Unterwegs haben wir dann an verschieden Ständen Fischbrötchen oder frisch gebratenen Grünen Hering gegessen. Besonders hervorzuheben ist die Gaststätte „Enddorn“, die direkt am Siedlungspunkt der Insel liegt. Das Restaurant "Enddorn" ist urig eingerichtet und bietet jede Menge köstlichen frisch gefangenen Fisch.
Ostersonntag haben wir dann bei strömenden Regen den Ostergottesdienst in der Evangelischen Kirche in Kloster besucht und anschließend, wieder bei sehr freundlichem Wetter, den einzigen Friedhof hinter der Kirche auf der Insel besucht. Hier liegen unter anderem Palucca und auch Gerhart Hauptmann. Das gab uns Anlass das Gerhart-Hauptmann-Haus zu besuchen. Dort bekommt man einen Eindruck, wie Gerhart Hauptmann bei seinen 30 Besuchen auf Hiddensee gelebt und gearbeitet hat. Dieses Haus hatte er 1930 endgültig erworben. Beeindruckend auch sein Weinkeller.
Im Hotel „Hitthim“ wird abends der Badische Wein angeboten, den Hauptmann zu zig Flaschen ständig im Keller liegen hatte. Unweigerlich wird man schon fast dazu gezwungen, sich mit dem Leben Hauptmann auseinanderzusetzen. Die Ausstellung geht leider nicht auf alle Lebensabschnitte umfassend ein. Erinnert habe ich mich sofort daran, dass ich in der DDR-Schule wie viele andere Schüler auch „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine auswendig lernen musste. 1894 war dieses Gedicht unter anderem auch die Grundlage für Hauptmanns Sozialdrama „die Weber“. Eine Provokation, die unter anderem Kaiser Wilhelm II später wegen der demoralisierenden Tendenzen nutzte, um seine kaiserliche Loge im Deutschen Theater zu kündigen.
Danach besuchten wir noch das Heimatmuseum um die Ecke, was sehr liebevoll gestaltet ist. Jedoch grenzt es zum Beispiel die Grenzsicherungszeit aus. Gerade durch die Grenztruppen und auch dem FDGB wurde die Insel „bequem“ beliefert und mit allen Dienstleistungen ausgestattet, um besonderen Werktätigen vom Festland die Möglichkeit der Erholung zu bieten.
Abends saßen wir in unserem liebevoll eingerichteten Hotel „Hitthim“ vor der Wand mit all den Fotos berühmter Gäste, die schon lange vor uns im „Hithim“ gespeist hatten: Einstein, Ringelnatz, Käthe Kruse, Hauptmann, Palucca und viele, viele andere mehr. Das beeindruckt schon und erinnert an die Künstlerkolonie in den zwanziger Jahren auf Hiddensee. Die durch die Nazizeit und auch den Sozialismus zerstört wurde. Am letzten Tag sind wir früh aufgestanden und haben uns nach dem Frühstück noch ein wenig an unser Fenster im Hotelzimmer gesetzt und auf den Hafen von Kloster geschaut. Dabei gingen die Gedanken zurück. Was haben wir in der kurzen Zeit alles erlebt. Das will verarbeitet und eingeordnet werden. Die Insulaner sind, wenn man sie anspricht, sehr gesprächig. Vieles habe ich von ihnen erfahren, was in keinem Reiseführer steht. Kann man nur hoffen, dass sie eines Tages der vielen Urlauber nicht überdrüssig werden. Vieles interessiert mich jetzt noch viel genauer. Die Insel lädt ein, es lohnt sich auf den Weg zu machen. Freie Hotelzimmer und auch Ferienwohnungen gibt es auf dieser Seite zur Genüge.
Diese Geschichte hat uns "Elke Meier" geschickt. Sie war Ostern 2010 in Kloster auf Hiddensee.
"Die verschworene Gemeinschaft"
Mein Bruder, der in der mitteldeutschen Provinz lebt, wurde von einem Hamburger Freund zu dessen 70. Geburtstag eingeladen! Soweit so gut, dachte ich, denn Hamburg ist sehr gut mit der Bahn zu erreichen. Da kann mein autofreier Bruder in einen ICE steigen und schon ist er da. Aber der Hamburger Freund lud überraschender Weise eben nicht in die Großstadt ein, sondern auf die Insel Hiddensee!
Und da bin ich mit ins Spiel gekommen. Da mein Bruder wie gesagt kein Auto besitzt, hat er mich als seinen Fahrer eingesetzt und ich wurde kurzerhand auch noch zum Geburtstag eingeladen. Während wir uns also auf den Weg machten, habe ich mich gefragt, woran ich mich eigentlich noch erinnern kann. Vor einigen Jahrzehnten, da war noch die DDR lebendig, war ich das erste und einzige Mal auf der Insel Hiddensee gewesen - zu einem Tagesausflug. Dunkel sah ich die Fähre Hiddensee vor meinem inneren Auge, das Gerhard-Hauptmann-Haus und irgendwie war es das schon.
Da mein Bruder und ich wenig Zeit hatten, haben wir nur sehr kurzfristig ein Zimmer in einem Hotel in Kloster auf Hiddensee gebucht - für eine Nacht. Die Strecke von Berlin Richtung Ostsee und Insel Rügen, bei strömendem Oktoberregen, die Schiffsablegezeit im Nacken und die vollen Straßen stresste uns. Ruhiger wurde es erst als wir auf die neue Rügenbrücke bei Stralsund zufuhren und richtig ruhig war es dann in, als wir auf dem Parkplatz Schaprode unser Auto abstellen mussten - denn wer fährt schon Ende Oktober zum Urlaub nach Hiddensee?
Aber wir lagen völlig falsch mit unserer Annahme, wir wären die einzigen Reisenden. Eine lange Schlange stand im Fährhafen Schaprode und wartete darauf, auf die Fähre nach Hiddensee gelassen zu werden. Irgendwie bekamen wir ein Gemeinschaftsgefühl, alle nickten sich zu, jeder wusste, was uns alle verband, was auf uns zukommt - merkwürdig dachte ich noch - es ist doch „nur“ eine Insel.
Aber dass die Fährfahrt von Schaprode über Vitte nach Kloster fast anderthalb Stunden dauerte, war mir nicht wirklich mehr bewusst. Die freie Zeit verbrachten wir mit Kaffee und Kuchen und fingen einfach an zu genießen - während auf der einen Seite die Insel Rügen kleiner wurde und auf der anderen Seite die Insel Hiddensee immer näher kam.
Im Hafen von Kloster empfing uns das Geburtstagskind und brachte uns in das traumhaft schöne Hotel Hitthim in Kloster im Norden der Insel Hiddensee. Gleich danach ging es schon los - spazieren gehen, die nähere Umgebung erkunden und dann mit allen Geburtstagsgästen eine Wanderung um und auf den Dornbusch - die raue See, die Sonne, der Leuchtturm, überall Wasser und Natur und keine Autos, ab und zu ein paar freundlich lächelnde Mitmenschen - Rügen weit und das Festland - kein Gedanke. Abends gab es dann herrlichen Fisch zum großen Geburtstagsessen. Am nächsten Morgen gingen wir bei immer stärker werdenden Sturm wieder spazieren, besuchten die alte Inselkirche und stellten nach einem köstlichen Mittag fest, dass wir doch, da war doch noch was…ja wir mussten ja wieder zurück - verrückt! Wieder auf dem Schiff Richtung Rügen, Autobahn, Großstadt und Stress wurden uns zwei Dinge klar:
Zum einen hatten wir das Gefühl, wir waren ganz weit weg in einer „anderen“ Welt und zum anderen werden wir diese Insel Hiddensee wieder besuchen - ganz sicher.
Diese Geschichte hat uns "Martin" geschickt. Er war im Oktober 2009 in Kloster auf Hiddensee.
-----
Weitere Angebote:
- Ferienwohnung Ostsee
- Ein Ferienhaus in Dänemark können Sie auch günstig über das Ferienhausportal Cofman buchen.




